Matiwane’s Kop (KwaZulu/Natal) - Bremen

 

Der Videofilm „Matiwane’s Kop – eine Gemeinschaft unter Bedrohung" gab 1984 in Bremen den Anstoß. Der Südafrikanische Kirchenrat (SACC) hatte um Unterstützung der Gemeinschaft in der südafrikanischen Provinz Natal gebeten, deren Vertreibung die weiße Apartheid-Regierung plante.

Am deutlichsten hatte deutschlandweit die „Evangelische Frauenarbeit" mit dem Boykottaufruf „Kauft keine Früchte der Apartheid" auf den Terror gegen die schwarze Bevölkerungsmehrheit aufmerksam gemacht und kirchlich Engagierte aufgefordert, sich einzumischen.

 

 

 

Der Regenbogen als Zeichen der Solidarität

Unter dem Zeichen des Regenbogens wurde am 2. März 1986 in der Waller Kirche die „Aktion Bundesschluss Bremen-Matiwane’s Kop" gegründet. Getragen von elf Kirchengemeinden, der Ev. Frauenhilfe und vielen Einzelpersonen unter Anleitung der ersten Sprecherin Hildegard Lenz. Wichtigstes Ziel: den von Zwangsumsiedlung Bedrohten in Matiwane’s Kop in ihrem Widerstand durch Gebet und konkrete Tat beizustehen. Deren Vorfahren hatten das Land gekauft und zu fruchtbarem Ackerland gemacht. Ihre Sicht: „In der Tat ist es ein sehr großer Kampf, der unser Leben fordern kann. Wenn man von dem Ort, an dem man verwurzelt ist, wegbewegt wird, ist dies eine Bedrohung der Seele, ja des Lebens. Es wird ein harter Kampf, und wir brauchen wirklich eure Hilfe." Im August 1986 fand dann in einem ökumenischen Gottesdienst die dortige Bestätigung des Bundesschlusses statt. Seitdem gab es verschiedene Besuche in und aus Matiwane’s Kop mit intensiven Begegnungen.

 

Die Zwangsumsiedlung wurde verhindert

Von Bremen aus wurde der Widerstand vor Ort durch vielfältige Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Der Kampf hatte Erfolg und das Bündnis bewährte sich: Die Zwangsumsiedlung wurde verhindert. Und als mit Nelson Mandela im Mai 1994 der erste Präsident schwarzer Hautfarbe das Land regierte, stand die Rückgabe des 1980 enteigneten Landes auch in Matiwane’s Kop bevor. Allerdings entstanden in der Folge Konflikte zwischen den bisherigen Vertretern des Kampfes und der Partei des jungen „Chief" im Ort. Das hat auch die Kontakte nach Bremen für lange Zeit belastet. Mit Hilfe des regionalen Kirchenrates, des Thukela Mzinyathi Christian Council (TMCC), wird versucht, ein Mediations-Programm auf den Weg zu bringen, um eine Brücke zwischen den streitenden Parteien zu schlagen.

Unsere Bremer Gruppe befasst sich außerdem mit grundsätzlichen Fragen des südlichen Afrika, wie den Handelsbeziehungen der EU dorthin, mit dem Erlass von Apartheid-Schulden sowie mit der „Dekade zur

Überwindung der Gewalt".

Zur Vertiefung der Beziehung tragen ganz wesentlich die jährlichen Bundesschluss-Gottesdienste mit der Chor-Gruppe „Augenblick" bei.

 

Die AIDS-Problematik

Die Gefahr des Sterbens einer ganzen Generation bedroht die Region KwaZulu/Natal, das Gebiet mit der höchsten HIV/AIDS-Infektionsrate auf der Erde. So haben wir das „Holy Cross AIDS Hospice" in Gingindluvu, ein Hospiz mit angeschlossener Kindertagesstätte, unterstützt.

 

Wir haben uns verpflichtet

Wir wollen auch in Zukunft mit Leben füllen, was wir mit der Bundesschluss-Verpflichtung 1984 versprochen haben. Wir laden Interessierte ein, mit uns zu überlegen, worin heute praktische Solidarität und ökumenische Partnerschaft bestehen kann.

„Wir sehen die Welt zerrissen:

Komfortwohnung und Wellblechhütte,

Konsumismus und Armut,

Freizügigkeit und Verbannung.

Das ist unsere Zerrissenheit.

Gott aber ist dagegen:

Gott der Befreiung und der Liebe,

Er ist ein Gott des Friedens und der Gerechtigkeit.

Das glauben wir. Das ist unsere Einheit....

Wir wollen unter allen Umständen im Gebet und in der Nachfolge

vereint bleiben."

 

 

Kontakt

c/o Heinz-Dieter Beushausen · Baltrumer Straße 9 · 28219 Bremen

Tel. 0421-39 63 234 · Fax 0421-38 09 390

E-Mail: dieterbeushausen@t-online.de

 

Aktionen

Ökumenischer Gottesdienst am Vorabend der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika

Donnerstag, 10. Juni 2010, 20:00 Uhr, Kirche Unser Lieben Frauen

Zum Plakat

 

 

Die Aktion Bundesschluss wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst.